Der Bericht

Strukturen für ein klimafreundliches Leben

Der APCC Special Report: Strukturen für ein klimafreundliches Leben ist eine bewertende Zusammenfassung aktueller Forschung zur Transformation hin zu Strukturen, die allen klimafreundliches Handeln und somit Leben ermöglichen. Mit einer systematischen Darstellung wirksamer Gestaltungsoptionen trägt der Bericht zu klimapolitischen Debatten bei.

In Narrativen werden Theorien der gesellschaftlichen Transformation mit kontextualisierten Strategien zur nachhaltigen Bewältigung der Klimakrise verbunden. Dadurch wird ein fundierter aber zugleich multiperspektivischer Diskurs zur substantiellen Reduktion von Treibhausgasemissionen in allen Bereichen gegenwärtiger Gesellschaften ermöglicht.

Der Bericht wird demnächst veröffentlich.

Prozess

Die Herausgeberschaft und Koordination des Berichtes liegt bei Christoph Görg, Verena Madner, Andreas Muhar, Andreas Novy, Alfred Posch, Karl Steininger und Ernest Aigner. Aktuell wirken zirka 70 Personen in verschiedenen Rollen mit. Die jeweiligen Autor_innenteams verfassen und koordinieren Abschnitt 1 (Einleitung), Abschnitt 2 (Handlungsfelder), Abschnitt 3 (Strukturbedingungen), Abschnitt 4 (Pfade zur Transformation) sowie Abschnitt 5 (Theorien des Wandels).

Der Schreibprozess wird von einem Stakeholderprozess (koordiniert durch das Stakeholderteam) und einem wissenschaftlichen Review (koordiniert durch das CCCA) begleitet. Das Team des Projektmanagements sichert die internen Abläufe, unterstützt alle Beteiligten bei ihren jeweiligen Aufgaben und arbeitet auf die Publikation des Berichts hin.

 

Der Bericht

Im Fokus des Berichtes steht die Frage, welche Strukturen in Österreich nach dem aktuellen Stand der Forschung verändert und wie sie gestaltet werden müssen, um klimafreundliches Leben rasch und dauerhaft möglich und selbstverständlich zu machen. Diese Frage wird mithilfe von vier Unterfragen in den jeweiligen Kapiteln behandelt:

  1. Wie beschreibt die für das Kapitel relevante Literatur den Status quo sowie die Dynamiken gegenwärtigen Wandels und welche speziellen Ziele und Herausforderungen ergeben sich nach der Literatur aufgrund der Klimakrise?
  2. Welche Veränderungen werden in der für das Kapitel relevanten Literatur als (unbedingt) notwendig angesehen, um eine klimafreundliche Lebensweise zu ermöglichen?
  3. Wer bzw. was sind laut der für das Kapitel relevanten Literatur treibende und hemmende Kräfte, Strukturen oder Akteur_innen für und gegen die notwendigen Veränderungen für ein klimafreundliches Leben? Welche Konflikte werden genannt?
  4. Welche Handlungsmöglichkeiten bzw. Gestaltungsoptionen finden sich in der für das Kapitel relevanten Literatur für die Durchsetzung notwendiger Veränderungen für eine klimafreundliche Lebensweise?

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassungen
Zusammenfassung für Entscheidungstragende | Summary for Policy Makers
Wissenschaftliche Zusammenfassung | Technical Summary

Teil 1: Einleitung
Kapitel 1: Einleitung: Strukturen für ein klimafreundliches Leben
Kapitel 2: Perspektiven zur Analyse und Gestaltung von Strukturen klimafreundlichen Lebens

Teil 2: Handlungsfelder
Kapitel 3: Überblick Handlungsfelder
Kapitel 4: Wohnen
Kapitel 5: Ernährung
Kapitel 6: Mobilität
Kapitel 7: Erwerbsarbeit
Kapitel 8: Sorgearbeit für die eigene Person, Haushalt, Familie und Gesellschaft
Kapitel 9: Freizeit und Urlaub

Teil 3: Integrierte Perspektiven auf Strukturbedingungen
Kapitel 10: Integrierte Perspektiven auf Strukturbedingungen
Kapitel 11: Recht
Kapitel 12: Governance und politische Beteiligung
Kapitel 13: Innovationssystem und -politik
Kapitel 14: Die Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen
Kapitel 15: Globalisierung: Globale Warenketten und Arbeitsteilung
Kapitel 16: Geld- und Finanzsystem
Kapitel 17: Soziale und räumliche Ungleichheit
Kapitel 18: Sozialstaat und Klimawandel
Kapitel 19: Raumplanung
Kapitel 20: Mediendiskurse und -strukturen
Kapitel 21: Bildung und Wissenschaft für ein klimafreundliches Leben
Kapitel 22: Netzgebundene Infrastrukturen

Teil 4: Pfade zur Transformation struktureller Bedingungen für ein klimafreundliches Leben
Kapitel 23: Synthese: Pfade zur Transformation struktureller Bedingungen für ein klimafreundliches Leben

Teil 5: Vertiefung in Theorien des Wandels und der Gestaltung von Strukturen
Kapitel 24: Theorien des Wandels und der Gestaltung von Strukturen
Kapitel 25: Theorien des Wandels und der Gestaltung von Strukturen: Marktperspektive
Kapitel 26: Theorien des Wandels und der Gestaltung von Strukturen: Innovationsperspektive
Kapitel 27: Theorien des Wandels und der Gestaltung von Strukturen: Bereitstellungsperspektive
Kapitel 28: Theorien des Wandels und der Gestaltung von Strukturen: Gesellschaftsperspektive

Die Kapitel und ihre Autor·innen

Zusammenfassungen

Teil 1: Einleitung

Kapitel 1: Einleitung: Strukturen für ein klimafreundliches Leben

Die Einleitung gibt zuerst das Verständnis der zentralen Begriffe wieder (klimafreundliches Leben, Strukturen sowie Gestalten von Strukturen). Diese fungieren als Vermittler zwischen verschiedenen Milieus, Diskursen, Werthaltungen und Disziplinen. Weiters gibt die Einleitung einen Überblick über die Rolle unterschiedlicher gesellschaftlicher Akteur_innen. Darauf folgt ein Überblick über aktuelle Entwicklungen und die Verteilung klimaschädigender Emissionen mithilfe unterschiedlicher Maßzahlen (produktions- sowie konsumbasiert) und entlang unterschiedlicher Verteilungen (Wirtschaftssektoren, Güter, Aktivitäten und Einkommensverteilung).
Beitragende Autor·innen: 

Andreas Muhar, BOKU | Alfred Posch, Uni Graz

Kapitel 2: Perspektiven zur Analyse und Gestaltung von Strukturen klimafreundlichen Lebens

Kapitel 2 systematisiert entlang von vier Perspektiven in den Sozialwissenschaften weit verbreitete Theorien zur Analyse und Gestaltung von Strukturen klimafreundlichen Lebens. Das Kapitel möchte Leser_innen des Berichts bewusst machen, mit wie grundlegend unterschiedlichen Zugängen Forscher_innen Strukturen klimafreundlichen Lebens analysieren. Dies ist wichtig, um zu verstehen, dass es nie nur eine, sondern immer mehrere Perspektiven auf Strukturen klimafreundlichen Lebens gibt. Dieses Bewusstsein hilft, die Komplexität der Sozialwissenschaften und damit die Komplexität der Aufgabe – Strukturen für ein klimafreundliches Leben zu gestalten – zu erfassen. Unterschiedliche Zugänge zu sehen, bedeutet auch, ein besseres Verständnis von konfligierenden Problemdiagnosen, Zielhorizonten und Gestaltungsoptionen zu entwickeln und – idealerweise – damit umgehen zu können.

Teil 2: Handlungsfelder

Kapitel 3: Überblick Handlungsfelder

In Abschnitt 2 wird mit der Analyse der Klimawirkungen unterschiedlicher Handlungsfelder eine umfassende Zusammenschau über alle Lebensbereiche gegeben. Dabei werden die Klimawirkungen in den Bereichen Wohnen, Ernährung und Mobilität sowie für die Handlungsfelder der Erwerbsarbeit, Versorgung, Betreuungs- und Pflegearbeit, gesellschaftliche Aktivitäten und Erholung untersucht. Kapitel 3 zeigt welche Strukturen für den Alltag wirksam sind, in welcher Beziehung die Handlungsfelder zueinander stehen und wie der CO2-Fußabdruck alltäglicher Handlungen verändert werden kann.

Leitautor·in: 

Dominik Wiedenhofer, BOKU

Beitragende Autor·innen: 

Max Callaghan, MCC

Kapitel 4: Wohnen

Um Strukturen eines klimafreundlichen Wohnens zu verstehen, hilft ein integrativer Blick auf das österreichische Wohnungssystem. Dieser umfasst alle in das Themenfeld Wohnen involvierten Akteur_innen, Aktivitäten und strukturellen Bedingungen von der Bodeninanspruchnahme und Produktion bis zur Nutzung und Wiederverwertung. Im Folgenden wird die Literatur zu klimafreundlichem Wohnen entlang dieser Dimensionen dargestellt.
Koordinierende·r Leitautor·in: 

Andrea Jany, Uni Graz

Kapitel 5: Ernährung

Um Strukturen einer klimafreundlichen Ernährung zu verstehen, hilft ein integrativer Blick auf Ernährungssysteme. Diese umfassen alle in die Ernährung involvierten Akteur_innen, Aktivitäten und strukturellen Bedingungen von der Produktion bis zu den Lebensmittelabfällen. Im Folgenden wird die Literatur zu klimafreundlicher Ernährung entlang dieser Dimensionen gesichtet.
Koordinierende·r Leitautor·in: 

Marianne Penker, BOKU

Beitragende Autor·innen: 

Christian Fikar, Uni Bayreuth | Karin Schanes, BOKU

Kapitel 6: Mobilität

Um Strukturen einer klimafreundlichen Mobilität zu verstehen, hilft ein integrativer Blick auf Mobilitätssysteme. Im Folgenden wird die Literatur zu klimafreundlicher Mobilität, den involvierten Akteur_innen und strukturellen Bedingungen gesichtet.
Koordinierende·r Leitautor·in: 

Harald Frey, TU Wien

Kapitel 7: Erwerbsarbeit

Das Kapitel beschäftigt sich mit Strukturbedingungen für klimafreundliche Erwerbsarbeit. Damit sind zum einen die Voraussetzungen für klimafreundliches Handeln im Rahmen der Berufstätigkeit gemeint. Zum anderen geht es um die Frage, wie Erwerbsarbeitsstrukturen gestaltet werden müssen, damit Menschen auch außerhalb ihrer Berufstätigkeit ein klimafreundliches Leben führen können.
Koordinierende·r Leitautor·in: 

Johanna Hofbauer, WU Wien

Beitragende Autor·innen: 

Michaela Neumann, AK Wien

Kapitel 8: Sorgearbeit für die eigene Person, Haushalt, Familie und Gesellschaft

Im Kapitel 8 wird das Thema Sorgearbeit und die für ein klimafreundliches Leben notwendigen Strukturen vorgestellt. Versorgung und Fürsorge der eigenen Person, von Haushalt, Familie und Gesellschaft sind unverzichtbare, (über-)lebensnotwendige, aber oft unsichtbare Tätigkeiten. Die Relevanz dieser unbezahlten Sorgearbeit für ein klimafreundliches Leben hängt davon ab, in welchem Umfang Güter, Dienstleistungen und Mobilität für diese Tätigkeiten erforderlich sind und eingesetzt werden, wie emissionsintensiv diese bereitgestellt werden und wie viel Zeit dafür zur Verfügung steht.
Koordinierende·r Leitautor·in: 

Barbara Smetschka, BOKU

Kapitel 9: Freizeit und Urlaub

Kapitel 9 bewertet Literatur zu Strukturen für klimafreundliche Freizeit- und Urlaubsaktivitäten in Österreich. Die Klimafreundlichkeit von Freizeitaktivitäten und Urlaub hängt davon ab, wie klimafreundlich die dafür genutzte Mobilität, die gewählten Räumlichkeiten und deren Energieversorgung sind, wie emissionsintensiv die für Freizeitaktivitäten und Urlaube genutzten Sachgüter und Dienstleistungen bereitgestellt werden, wie viel Zeit zur Verfügung steht und welchen konkreten Tätigkeiten nachgegangen wird.
Koordinierende·r Leitautor·in: 

Barbara Smetschka, BOKU

Beitragende Autor·innen: 

Ulrike Pröbstl-Haider, BOKU

Teil 3: Integrierte Perspektiven auf Strukturbedingungen

Kapitel 10: Integrierte Perspektiven auf Strukturbedingungen

Strukturen wirken auf vielfältige Weise auf alltägliches Handeln und ihre adäquate Gestaltung ist daher notwendig, um klimafreundliches Verhalten dauerhaft zu ermöglichen. Die in Abschnitt 3 behandelten Strukturen fördern oder behindern eine Transformation in Richtung klimafreundlichen Lebens maßgeblich und sind quer durch alle Handlungsfelder von Relevanz. Die einzelnen Strukturen, deren Analyse sich so weit möglich auf die besonderen Bedingungen in Österreich bezieht, thematisieren unterschiedliche Bereiche, die von Strukturveränderungen betroffen sind: Recht, Governance, Strukturen der öffentlichen Willensbildung in Diskursen und Medien sowie in Bildung und Wissensproduktion als auch wirtschaftliche Aktivitäten einschließlich ihrer technischen Dimensionen und der zugehörigen Innovationssysteme. Ebenso werden Bereiche wie räumliche Ungleichheit und Raumplanung sowie soziale Sicherungssysteme in den Blick genommen. Der Abschnitt betrachtet zudem die Versorgung mit Gütern und Dienstleitungen generell, legt aber auch einen Akzent auf globalisierte Warenketten und Geld- und Finanzsysteme, um die interdependenten Strukturen über die Grenzen Österreichs hinaus zu thematisieren. Die strukturierende Rolle der gebauten Umwelt wird im abschließenden Kapitel zu netzgebundenen Infrastrukturen diskutiert.

Kapitel 11: Recht

Maßnahmen für ein klimafreundliches Leben werden in zahlreichen Handlungsfeldern, die auch im Rahmen dieses Berichts thematisiert werden, rechtlich umgesetzt und instrumentiert. Auf diese Weise schaffen rechtliche Bestimmungen, die direkt oder indirekt dem Klimaschutz dienen (Klimaschutzgesetzgebung), aber auch solche, die primär anderen Zielsetzungen dienen, wie das internationale Handelsrecht oder das Wohnrecht (sonstiger Rechtsrahmen), Strukturen für ein klimafreundliches Leben. Das Recht selbst ist dabei allerdings als System von vielfältigen Querverbindungen und Über- und Unterordnungsbeziehungen geprägt, die wiederum Gestaltungsentscheidungen ermöglichen, einschränken oder verunmöglichen. Durch diese Hierarchieverhältnisse, Querverbindungen und Wechselbezüge hat das Recht besondere und langfristige strukturprägende Wirkung auf das klimafreundliche Leben.
Koordinierende Leitautor·innen: 

Birgit Hollaus, WU Wien | Verena Madner, WU Wien

Beitragende Autor·innen: 

Julia Wallner, Uni Graz

Koordination der Strukturkapitel: 

Michael Ornetzeder, ÖAW

Kapitel 12: Governance und politische Beteiligung

Diese Kapitel fasst die Literatur zum Thema Governance der Klimakrise in Österreich zusammen. Es geht dabei der Frage nach, welche Akteur_innen und Strukturen Klimapolitik in Österreich prägen. Dabei sind sowohl staatliche als auch nicht-staatliche Aspekte der gesellschaftlichen Steuerung relevant. Im Fall von Österreich kommt an den Schnittstellen zwischen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft eine Besonderheit hinzu, die es in ähnlicher Form nur in wenigen Ländern gibt: die Sozialpartnerschaft als zentraler Bestandteil eines korporatistischen Regierungssystems. Kapitel 12 im Bericht analysiert, wie vor allem staatliche und sozialpartnerschaftliche Akteur_innen die österreichische Klimapolitik bis 2019 prägten, welche Rolle die EU dabei spielte und was sich seit 2019 veränderte.
Koordinierende·r Leitautor·in: 

Reinhard Steurer, BOKU

Koordination der Strukturkapitel: 

Michael Ornetzeder, ÖAW

Kapitel 13: Innovationssystem und -politik

Die strukturellen- und die politisch-institutionellen Bedingungen für Innovation bilden den Rahmen für die Fähigkeit unserer Gesellschaft, technologische, organisatorische und soziale Innovationen hervorzubringen, sich an diesen auszurichten und ihre Verbreitung zu ermöglichen. Sie sind somit von zentraler Bedeutung für den Wandel unserer Gesellschaft hin zu einer nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsweise. Im Folgenden wird die Literatur zu Innovationspolitik für ein klimafreundliches Innovationssystem gesichtet.
Koordinierende·r Leitautor·in: 

Matthias Weber, AIT

Leitautor·in: 

Klaus Kubecko, AIT

Koordination der Strukturkapitel: 

Michael Ornetzeder, ÖAW

Kapitel 14: Die Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen

Kapitel 14 wirft einen umfassenden Blick auf die Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen mit ihren diversen wirtschaftlichen Akteur_innen, die in Österreich an deren Gestaltung und Umsetzung mitwirken. THG-Emissionen können sowohl in der Nutzung von Gütern und Dienstleistungen wie auch entlang des gesamten Wertschöpfungsprozesses von der Ressourcenextraktion und Energiegewinnung bis zur Bereitstellung und laufenden Instandhaltung von Gütern entstehen. Die Möglichkeiten eines klimafreundlichen Lebens sind damit unmittelbar mit den Fußabdrücken der Güter und Dienstleistungen verbunden, die für ein solches Leben erforderlich sind. Der Fokus dieses Kapitels liegt auf jenem Teil der Versorgung, der in Österreich produziert wird. Jener Anteil der österreichischen Produktion, der exportiert wird (etwa 50 Prozent), und des Konsums, der importiert wird (etwa 30 Prozent), wird im nächsten Kapitel besprochen.
Koordinierende·r Leitautor·in: 

Harald Wieser, KMU Forschung Austria

Koordination der Strukturkapitel: 

Michael Ornetzeder, ÖAW

Kapitel 15: Globalisierung: Globale Warenketten und Arbeitsteilung

Um Österreichs Rolle in der Klimakrise zu verstehen, braucht es eine Analyse seiner Einbettung in globale Wirtschaftsstrukturen (hohe Übereinstimmung, mittlere Literaturbasis). Diese Analyse wird in diesem Kapitel mit dem Konzept der „Globalen Warenketten“ geleistet (Fischer et al., 2021). Das Kapitel stellt literaturbasiert dar, auf welche Weise Österreich hinsichtlich seiner Produktionsstandorte und des Endkonsums in globale Warenketten involviert ist und trifft, soweit es auf Grundlage der Datenlage möglich ist, eine Abschätzung der dadurch bedingten Umweltfolgen. Es bewertet literaturbasiert Gestaltungsformen für Warenketten, die auf internationaler, europäischer und nationaler Ebene diskutiert werden und eine klimafreundliche Umgestaltung von globalen Warenketten befördern sollen.
Koordinierende·r Leitautor·in: 

Karin Fischer, JKU Linz

Koordination der Strukturkapitel: 

Michael Ornetzeder, ÖAW

Kapitel 16: Geld- und Finanzsystem

Dieses Kapitel bewertet, inwiefern Anreizstrukturen des Geld- und Finanzsystems die Transformation zu einer klimafreundlichen und nachhaltigen Lebensweise in Österreich begünstigen oder behindern. Zudem trifft es eine literaturbasierte Einschätzung darüber, in welche größeren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen das Geld- und Finanzsystem in Österreich eingebettet ist. Bereits eingeleitete und potenzielle zukünftige Reformen des Finanzsystems und Änderungen des bestehenden Geldsystems werden dahingehend überprüft, inwiefern sie Kapitalströme mobilisieren können, die für die Finanzierung der Strukturen für eine klimafreundliche Lebensweise notwendig sein werden.
Koordinierende·r Leitautor·in: 

Michael Miess, WU Wien

Koordination der Strukturkapitel: 

Michael Ornetzeder, ÖAW

Kapitel 17: Soziale und räumliche Ungleichheit

Kapitel 17 bewertet, inwiefern soziale und räumliche Ungleichheit mit klimafreundlichem Leben in der Literatur in Verbindung stehen. Es werden Einschätzungen darüber getroffen, welche strukturellen Bedingungen von Ungleichheit klimafreundliches Leben insbesondere in den Handlungsfeldern Mobilität und Wohnen behindern und welche Veränderungen notwendig sind, um ein „gutes“ Leben für alle innerhalb ökosozialer Grenzen des Planeten zu ermöglichen.
Koordination der Strukturkapitel: 

Michael Ornetzeder, ÖAW

Kapitel 18: Sozialstaat und Klimawandel

Soziale Absicherung sowie sozialer Ausgleich wirken als strukturelle Bedingungen der Transformation hin zu einer klimafreundlichen Gesellschaft. Kapitel 18 sichtet und bewertet die Literatur, die sozialstaatliche Strukturen und Aktivitäten interdependent mit Klimawandel und Klimapolitik untersucht. Bezüge bestehen auf der sozialstaatlichen Leistungs-, Produktions- und Finanzierungsseite. Sie bilden Ansatzpunkte für die klimafreundliche Gestaltung des Gesundheits- und Sozialsystems, die negative Trade-offs zwischen Klima- und Sozialpolitik vermeiden und Synergien im Sinne einer ökosozialen Politik herstellen.
Koordinierende·r Leitautor·in: 

Ulrike Schneider, WU Wien

Beitragende Autor·innen: 

Tommaso Gimelli, unabhängig | Anita Susani, unabhängig

Koordination der Strukturkapitel: 

Michael Ornetzeder, ÖAW

Kapitel 19: Raumplanung

Dieses Kapitel bewertet, inwiefern Raumplanung und Raumordnung die Transformation zu einer klimafreundlichen Lebensweise in Österreich begünstigen und behindern. Eine literaturbasierte Einschätzung wird hinsichtlich der Wirksamkeit raumplanerischer Instrumente getroffen sowie ihre notwendigen Veränderungen analysiert.
Koordinierende·r Leitautor·in: 

Nina Svanda, TU Wien

Leitautor·in: 

Sibylla Zech, TU Wien

Koordination der Strukturkapitel: 

Michael Ornetzeder, ÖAW

Kapitel 20: Mediendiskurse und -strukturen

Medien (sowohl klassische Massenmedien als auch soziale Medien) sind zentrale Foren, in denen die Klimakrise inklusive der Transformationsnotwendigkeiten zu einem klimafreundlichen Leben diskursiv konstruiert und verhandelt werden (Reisigl, 2020). Unter anderem durch die Wirkung auf Rezipient_innen, auf welche im vorliegenden Kapitel nur begrenzt eingegangen wird, sind Medien zentral für die Schaffung von Vorstellungsräumen und sich daraus ableitenden Handlungen im Umgang mit der Klimakrise (z. B. Arlt et al., 2010; Gavin, 2018; Kannengießer, 2021; Neverla et al., 2019; Wiest et al., 2015). Für die erfolgreiche Umsetzung vieler Transformationsnotwendigkeiten, die in anderen Kapiteln dieses Berichts herausgearbeitet werden, ist die mediale Konstruktion jener Problemfelder ein wichtiger Faktor. Zwei medienanalytische Teilbereiche werden im Folgenden behandelt: Mediendiskurse (sowohl in Massenmedien als auch auf sozialen Medien) und Medienstrukturen, wobei wir unter zweiterem sowohl Medientechnologien (z. B. Kannengießer, 2020b) als auch die zugrundeliegenden polit-ökonomischen und kulturellen Institutionen verstehen (Fuchs, 2017; Knoche, 2014).
Koordinierende Leitautor·innen: 

Hendrik Theine, WU Wien | Livia Regen, ÖAW

Beitragende Autor·innen: 

Victor Daniel Perez Delgado, unabhängig | Claus Reitan, Freier Journalist und Autor mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit

Koordination der Strukturkapitel: 

Michael Ornetzeder, ÖAW

Kapitel 21: Bildung und Wissenschaft für ein klimafreundliches Leben

Dieses Kapitel baut auf Literatur zu Bildung und Wissenschaft (BUW) für nachhaltige Entwicklung und Klimawandel auf. Dabei wird auf Konzepte fokussiert, die Bildung in den Vordergrund stellen. Wissenschaft wird als Zusammenspiel von Forschung und Lehre gesehen. Insofern werden auch Aspekte von Forschung für ein klimafreundliches Leben aufgegriffen, wobei dies bewusst nicht der Schwerpunkt des Kapitels ist. Auch die Bewertung der Frage, welche Dimension der Rolle der Strukturen von BUW für ein klimafreundliches Leben zugeschrieben werden kann, bleibt ungeklärt. Insbesondere scheinen es die „Strukturen in den Köpfen” der beteiligten Menschen zu sein, die letztlich Denk- und Handlungsmuster erzeugen, die Nachhaltigkeit und Klimafreundlichkeit behindern oder begünstigen.
Koordinierende Leitautor·innen: 

Lisa Bohunovsky, BOKU | Lars Keller, Uni Innsbruck

Koordination der Strukturkapitel: 

Michael Ornetzeder, ÖAW

Kapitel 22: Netzgebundene Infrastrukturen

Dieses Kapitel bewertet die Literatur zu netzgebundenen Infrastruktursystemen, wie Strom-, Daten-, Straßen- oder Schienennetze, Wasser- oder Gasleitungen, und ihren Beitrag für die Transformation zu einer klimafreundlichen Lebensweise in Österreich. Netzgebundene Infrastrukturen bilden zentrale Grundlagen für alltägliches Leben und Wirtschaften (European Commission, 2021). Sie strukturieren Handlungsweisen langfristig und stellen somit zentrale Weichen für eine klimafreundliche Lebensweise
Koordinierende·r Leitautor·in: 

Klaus Kubeczko, AIT

Leitautor·in: 

Astrid Krisch, WU Wien

Beitragende·r Autor·in: 

Michael Ornetzeder, ÖAW

Koordination der Strukturkapitel: 

Michael Ornetzeder, ÖAW

Teil 4: Pfade zur Transformation struktureller Bedingungen für ein klimafreundliches Leben

Kapitel 23: Synthese: Pfade zur Transformation struktureller Bedingungen für ein klimafreundliches Leben

Aus einer umfangreichen Literaturanalyse und mit Bezug auf die in Kapitel 2 präsentierten Perspektiven wurden vier für Österreich relevante Transformationspfade abgeleitet:
1. Leitplanken für eine klimafreundliche Marktwirtschaft (Bepreisung von Emissionen und Ressourcenverbrauch, Abschaffung klimaschädlicher Subventionen, Technologieoffenheit)
2. Klimaschutz durch koordinierte Technologieentwicklung (staatlich koordinierte technologische Innovationspolitik zur Effizienzsteigerung)
3. Klimaschutz als staatliche Vorsorge (staatlich koordinierte Maßnahmen zur Ermöglichung klimafreundlichen Lebens, z. B. durch Raumordnung, Investition in öffentlichen Verkehr; rechtliche Regelungen zur Einschränkung klimaschädlicher Praktiken)
4. Klimafreundliche Lebensqualität durch soziale Innovation (gesellschaftliche Neuorientierung, regionale Wirtschaftskreisläufe und Suffizienz)
Koordinierende Leitautor·innen: 

Willi Haas, BOKU | Andreas Muhar, BOKU

Teil 5: Vertiefung in Theorien des Wandels und der Gestaltung von Strukturen

Kapitel 25: Theorien des Wandels und der Gestaltung von Strukturen: Marktperspektive

 
Koordinierende·r Leitautor·in: 

Andreas Novy, WU Wien

Kapitel 26: Theorien des Wandels und der Gestaltung von Strukturen: Innovationsperspektive

 
Koordinierende·r Leitautor·in: 

Klaus Kubeczko, AIT

Kapitel 27: Theorien des Wandels und der Gestaltung von Strukturen: Bereitstellungsperspektive

 
Koordinierende Leitautor·innen: 

Michael Jonas, Uni Wien | Andreas Novy, WU Wien

Kapitel 28: Theorien des Wandels und der Gestaltung von Strukturen: Gesellschaftsperspektive

 
Koordinierende·r Leitautor·in: 

Margaret Haderer, WU Wien